Plötzlicher Bellenhusten im Dunkeln: Was Eltern über Pseudokrupp wissen müssen

Plötzlicher Bellenhusten im Dunkeln: Was Eltern über Pseudokrupp wissen müssen

Es passiert meist mitten in der Nacht: Das Kind wacht plötzlich auf, ringt nach Luft und gibt beim Atmen ein bellendes, fast heiseres Geräusch von sich.

Für Eltern ist dieser Moment oft ein riesiger Schreck. Dahinter steckt meist der sogenannte Pseudokrupp (stenosierende Laryngotracheitis). Eine Entzündung der oberen Atemwege, die vor allem Kleinkinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren betrifft.

Warum entsteht das typische Geräusch?

Auslöser sind meist gewöhnliche Erkältungsviren. Bei kleinen Kindern sind die Atemwege unterhalb des Kehlkopfs noch sehr eng. Entzünden sich die Schleimhäute in diesem Bereich und schwellen an, verengt sich der Luftweg drastisch:

  • Typischer Husten: Er klingt trocken, heiser und hallend (ähnlich wie das Bellen eines Seehunds).

  • Einatemgeräusch: Beim Einatmen ist ein pfeifendes oder ziehendes Geräusch (Stridor) zu hören.

  • Tageszeit: Die Symptome treten fast immer abends oder nachts auf, da der Körper in den Nachtstunden weniger körpereigenes Cortisol ausschüttet.


Erste Hilfe im Notfall: Ruhe bewahren

Das Wichtigste zuerst: Panik vermeiden. Wenn das Kind merkt, dass die Eltern ruhig bleiben, entspannt es sich eher. Atemnot verschlimmert sich durch Angst und Weinen zusätzlich.

  • Setzen Sie das Kind auf: Aufrecht zu sitzen erleichtert das Atmen spürbar.

  • Kühle, feuchte Luft anbieten: Öffnen Sie das Fenster oder stellen Sie sich mit dem Kind vor den geöffneten Kühlschrank. Die kalte Luft hilft, die geschwollenen Schleimhäute abzuschwellen.

  • Etwas Trinken geben: Schluckweise kühles Wasser oder ungesüßter Tee beruhigen den Hals.

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Ein leichter Pseudokrupp-Anfall lässt sich oft durch kühle Luft und Beruhigung lindern. Dennoch gilt: Bei Unsicherheit oder einem ersten Anfall sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen.

Sofort den Notruf (112) wählen bei:

  • Schwerer Atemnot (Einziehungen der Haut zwischen den Rippen beim Atmen).

  • Blaufärbung der Lippen oder Fingernägel.

  • Ausgeprägter Unruhe, Verwirrtheit oder extremer Schlappheit.

  • Starke Schluckbeschwerden mit Speichelfluss.

Eltern, deren Kinder bereits bekannte Pseudokrupp-Anfälle hatten, bekommen von der Kinderarztpraxis oft ein Notfallmedikament (Notfall-Zäppchen mit Cortison) verschrieben, das im Ernstfall die Schwellung rasch abklingen lässt.